Ein Best-of kann jeder. Hier steht eine ganze Hochzeit in der Reihenfolge,
in der sie stattgefunden hat — auch die Stellen, an denen nichts passiert.
Die meisten Fotografenseiten zeigen zwanzig Höhepunkte aus zwanzig verschiedenen
Hochzeiten. Das sieht großartig aus und beantwortet die einzige Frage nicht, die
ein Paar wirklich hat: Wie sieht unser Tag aus, wenn er vorbei ist?
Diese Hochzeit hat zwei Tage gebraucht und zwei Orte: das Standesamt in
Regensburg, das Fest im Stubaital in Tirol. Getraut
wurde nicht in einer Kirche, sondern auf einer Terrasse unter einem Zelt, mit Blick
ins Tal. Und alle waren in Tracht — was fotografisch etwas verändert, weil
Lodengrün, Leinen und Silberknöpfe anders auf Licht reagieren als ein weißes Kleid.
Aus diesen zwei Tagen sind 1.560 bearbeitete Bilder geworden —
alles, was technisch sauber und kein Duplikat war, nicht nur eine Auswahl daraus.
Siebenunddreißig davon stehen hier.
Wer die Bilder in dieser Reihenfolge durchgeht, sieht nicht nur Fotos. Er sieht, wie
eine Hochzeit verläuft, die sich Zeit nimmt — und kann daraus für den eigenen
Tag Schlüsse ziehen. Neben der Reportage aus Kitzbühel
steht hier bewusst ein ganz anderer Tag: kein Kirchenschiff, keine Kutsche, keine weiße Schleppe.