Journal · Kitzbühel, Tirol · Juni

Eine Hochzeit in Kitzbühel.

Rund 2.000 Aufnahmen an diesem Tag 1.305 davon bearbeitet und geliefert 24 davon hier 3 bis 4 Wochen bis zur Lieferung

Ein Best-of kann jeder. Hier steht ein einziger Hochzeitstag in der Reihenfolge, in der er stattgefunden hat — auch die Stellen, an denen nichts passiert.

Die meisten Fotografenseiten zeigen zwanzig Höhepunkte aus zwanzig verschiedenen Hochzeiten. Das sieht großartig aus und beantwortet die einzige Frage nicht, die ein Paar wirklich hat: Wie sieht unser Tag aus, wenn er vorbei ist?

Deshalb dieser Beitrag. Vierundzwanzig Bilder eines einzigen Tages, nichts umsortiert, nichts weggelassen, weil es unspektakulär wäre. Das leere Kirchenfenster gehört genauso dazu wie der Kuss, und das wartende Pferd genauso wie die Tanzfläche um halb zwei.

Wer die Bilder in dieser Reihenfolge durchgeht, sieht nicht nur Fotos. Er sieht, wie ein Tag verläuft, wann Ruhe entsteht und wann es eng wird — und kann daraus für den eigenen Tag Schlüsse ziehen.

Eine Zahl noch, weil sie zeigt, wie ich arbeite: an diesem Junitag in Kitzbühel sind rund zweitausend Aufnahmen entstanden. Geliefert habe ich 1.305 bearbeitete Bilder — alles, was technisch sauber und kein Duplikat war, nicht nur eine Auswahl daraus.

Braut und Vater im hellen Türrahmen, von innen gesehen
Kurz vor dem Einzug, aus dem dunklen Vorraum gesehen
01

Vor der Trauung

Ich bin da, bevor die Gäste da sind. Nicht aus Fleiß, sondern weil eine Kirche eine halbe Stunde vor der Trauung eine eigene Stimmung hat, die später nicht wiederkommt. Das Licht steht schon, die Bänke sind leer, draußen sammeln sich die Ersten auf dem Kies. In dieser halben Stunde entstehen die Bilder, die im Album am längsten angesehen werden.

Das Licht ist als Erstes da
Das Licht ist als Erstes da
Handy und Gesangbuch, nebeneinander auf der Bank
Handy und Gesangbuch, nebeneinander auf der Bank
Die jüngsten Gäste sind immer als Erste fertig
Die jüngsten Gäste sind immer als Erste fertig
Die letzten Begrüßungen, bevor es still wird
Die letzten Begrüßungen, bevor es still wird
02

Der Einzug

Der Moment, den alle erwarten, und der deshalb am schwersten zu fotografieren ist: zwanzig Handys sind schneller als jeder Fotograf. Ich stelle mich in dieser Minute nicht in den Mittelgang, sondern daneben. Aus dem dunklen Vorraum heraus sieht man, was von vorn niemand sieht — zwei Menschen, die kurz warten, bevor es losgeht.

Braut und Vater warten auf ihren Einsatz
Braut und Vater warten auf ihren Einsatz
Der Gang, den alle filmen
Der Gang, den alle filmen
03

Die Zeremonie

Vorn passiert das Offizielle. Die Hälfte des Tages passiert in der zweiten Reihe. Ein Großvater, der nach vorn schaut. Ein Mädchen, das zur Seite schaut. Eine Bank voller Menschen, die im selben Moment dasselbe fühlen und es unterschiedlich zeigen. Das ist der Grund, warum ich während einer Trauung mehr nach hinten fotografiere als nach vorn.

Von hinten, aus der letzten Reihe
Von hinten, aus der letzten Reihe
Die Bänke von oben
Die Bänke von oben
Er schaut nach vorn. Sie schaut zur Seite.
Er schaut nach vorn. Sie schaut zur Seite.
04

Der Auszug

Dann geht die Tür auf und der Tag kippt. Applaus, Blüten, Umarmungen, alle reden gleichzeitig. Hier laufe ich nicht mit dem Paar mit, sondern gegen den Strom — die Gesichter, die dem Paar entgegensehen, erzählen mehr als das Paar selbst.

Der Auszug, durch alle hindurch
Der Auszug, durch alle hindurch
Die erste Umarmung nach dem Ja
Die erste Umarmung nach dem Ja
Blütenregen, von der falschen Seite fotografiert
Blütenregen, von der falschen Seite fotografiert
05

Auf der Wiese

Danach kommt die Stunde, die kein Ablaufplan vorsieht und die trotzdem die schönste ist: Sekt auf einer Wiese, Gruppenfotos, die niemand ernst nimmt, und dazwischen lauter Menschen, die einfach da sind. In dieser Stunde entstehen die Aufnahmen, die niemand bestellt hat und alle behalten.

Die Gäste machen ihr eigenes Bild
Die Gäste machen ihr eigenes Bild
Zwischen zwei Gruppenfotos
Zwischen zwei Gruppenfotos
Einmal Luft holen
Einmal Luft holen
Sie fotografiert das Gruppenfoto. Ich fotografiere sie.
Sie fotografiert das Gruppenfoto. Ich fotografiere sie.
06

Der Weg

Zwischen Kirche und Fest liegt bei fast jeder Hochzeit eine Stunde, die als Transport geplant ist. Genau dann sind die beiden zum ersten Mal an diesem Tag allein. Ein Pferd, das länger wartet als alle anderen. Ein Brunnen ohne Zuschauer. Ein sehr langer Weg, den ich bewusst von weit weg fotografiere, damit man sieht, wie klein zwei Menschen an ihrem größten Tag sein dürfen.

Das Pferd wartet länger als alle anderen
Das Pferd wartet länger als alle anderen
Abfahrt
Abfahrt
Am Brunnen, ohne Zuschauer
Am Brunnen, ohne Zuschauer
Der lange Weg zum Fest
Der lange Weg zum Fest
07

Der Abend

Ab hier fotografiere ich nur noch mit dem Licht, das da ist. Kein Blitz, keine Aufsteller, nichts, was die Stimmung im Raum verändert. Das kostet Aufnahmen und bringt Bilder, die aussehen wie der Abend sich angefühlt hat. Um halb zwei ist meistens noch etwas los, woran sich am nächsten Morgen niemand mehr genau erinnert. Deshalb bleibe ich.

Ankommen, als die Sonne schon tief steht
Ankommen, als die Sonne schon tief steht
Rein ins Fest
Rein ins Fest
Auf der Tanzfläche
Auf der Tanzfläche
Nach Mitternacht
Nach Mitternacht

Die Eckdaten

Ort
Kitzbühel, Tirol
Trauung
Kirchlich
Monat
Juni
Jahreszeit
Wiesen in Blüte
Aufnahmen
rund 2.000
Geliefert
1.305 bearbeitet
Lieferung
3 bis 4 Wochen

Ihr Tag findet einmal statt.

Wenn Sie bis hierher gelesen haben, wissen Sie schon ziemlich genau, wie ich arbeite. Der nächste sinnvolle Schritt ist keine Preisliste, sondern die Frage, ob Ihr Datum überhaupt noch frei ist.

MUNICHPIXART · Christian Heil · München Passion for photography ch@munichpixart.com · +49 176 14651982